1 Groove, 100 Wörter

Hi! Spencer – Von grau zu dir

„Ich möchte explodieren, schieß‘ mich hoch und dann halt‘ mich hier oben.“

Trist, grau und hoffnungslos. Dunkle Wolken ziehen sich zusammen über sonst tanzenden Gedanken und schnüren das Herz zu. Der Regen schüttet aus Strömen über den grauen Asphalt – doch in der kleinen Pfütze spiegelt die Sonne und offenbart einen kleinen Tupfer Freude.

Du machst die Welt wieder bunter, bringst Leben in den tristen Alltag und sorgst dafür, dass die eigenen vier Wände sich mit dir wieder nach Zuhause anfühlen. Mit dir ist alles leichter. Dein bunt schillernder Traumfänger vertreibt die grauen Gedanken.

Genau dieses Gefühl thematisieren Hi! Spencer, halten mit abwechslungsreichen musikalischen Details fest an hoffnungsvollen Zeilen und wärmenden Melodien.

OS – Einzigartig

„Es gibt immer wieder Leute, die sagen pass‘ dich an. Doch du bist einzigartig und nur darauf kommt es an“

Ein Fingerabdruck ziert das schlichte Cover. Leise beginnen die vorwurfsvollen Zeilen. Werden untermalt durch sanft gespielte Melodien und abgemischte Beats. Wassertropfen auf festem Untergrund, in der Spiegelung dein Gesicht.

Und dann der Refrain. Deine Geschichte, festgehalten in deinen eigenen vier Wänden und wer genau genug hinsieht, findet sie in deinen Augen. Du brauchst keinen Grund, um das Leben vollzukleistern mit bunter Farbe und deinem ansteckendem Lachen.

Träume, die verwirklicht werden können. Nicht durch den Druck der Gesellschaft. Aber in der Single ist die Welt für einige Minuten geflickt. Sehnsüchte und fehlende Selbstliebe werden übermalt mit aufmunternden Zeilen und herzerwärmenden Akkorden.

Jakob Muehleisen – You Conquered My Mind

„I want to spread forgiveness and forget you“

Zusammengeflickte Herzen, einsame Nächte und Sehnsucht. Sehnsucht nach Nähe, nach Freiheit und nach einer Insel in Argentinien. Mit gemütlichen Gitarrenklängen und seiner gefühlsvollen Stimme nimmt Jakob mit in eine Welt, die seine Erlebnisse des Jahres 2019 verarbeitet. Wie Honig zerfließen seine Gefühle über den sanften Melodien. Sind gefüllt mit süßer Hoffnung, aber auch zugleich mit zerreißenden Ängsten. Das Leitmotiv, die Liebe, bleibt aber trotzdem bestehen.

Seine Welt der Liebe ist gefüllt mit Metaphern und Sonnenschein, der sich in tiefen Pfützen spiegelt. Mit der Hoffnung auf die große Liebe und einem Herzen voll mit Emotionen. Der Refrain bleibt im Ohr hängen.

Laikka – Undertow

„The fears are pulling me down – Again and again and again.“

Endloses Fallen, inszeniert durch die eigenen Ängste und Zweifel. Gepaart mit der Machtlosigkeit, nichts an der Situation ändern zu können.

Gefangen unter hohen Baumkronen, die ihre Äste mahnend in den dunkeln Himmel strecken. Aber trotzdem wartet nach der nächsten Verzweigung ein kleiner See gefüllt mit klarem durch leichte Sonnenstrahlen reflektiertes Wasser. Zum Greifen nah und doch so fern – der Sog der eigenen Ängste zieht wieder zurück in den dunklen Wald der Gefühle.

Hauptsächlich überlassen Laikka den minimalistisch gewählten Lo-Fi Pop Instrumenten das Sprechen, die sich langsam aufbauen und an denen sich die leise und beruhigende Stimme von Moritz abstützt.

Laikka – Currents

„Perfection is a concept out of reach.“

Schwebend einfach beginnt der träumerische Song. Der eigene Puls verlangsamt sich, macht eine Verschnaufpause neben zurückhaltenden Gitarrenfäden und hallenden Synthesizerteppichen.

Gerät kurz ins Stocken durch das Einsetzen der Stimme von Sänger und Keyboarder Moritz, dessen Stimmfarbe so gut auf das Klanggerüst passt. Nicht mehr als ein sanfter Hauch.

Und das Beste: das Lied nimmt sich die Zeit, die es braucht. Langsam und gelassen. Aber trotzdem im Takt durch prägnante Trommelschläge. Nimmt sich 3:22 pure Prokrastination.

Der permanente Leistungsdruck fällt ab. Herzen so leicht, als bestünden sie aus Federn. Die Augen fallen zu, der Kopf eingehüllt von weißen Wolken aus Watte.

A Story For Reflection – Mr. Fantasy

„Oh Mister, Mister Fantasy. I will be what I will be.“

Eine Melodie, die sofort ins Ohr geht und sich dort ohne Scham grinsend einnistet. So startet „Mr. Fantasy“. Der leichte Song zieht sich weiter durch gesprochene Strophen, die das kapitalistische System repräsentieren und alle Träume in vorgeschriebene Formen quetschen wollen. Stets untermalt durch die frech-funkelnde Melodie.

Widersprochen wird den einschränkenden Strophen durch träumende Refrains, in denen eine sanfte Stimme den Hörer am kleinen Finger in eine weite Welt entführt und dort verlockend einfach Träume möglich malt, die zuvor klein geredet wurden. Mit den Füßen baumelnd und verwegen in die Ferne schauend. Weil wir alles erreichen können, was wir uns erträumen.

ZUSTRA – The Twinkling Of An Eye

„Water to wine and I forget where I have been.“

„The Twinkling Of An Eye“ beginnt ganz schlicht mit Percussion. Baut sich langsam auf, als Geräusche dazustoßen, die an Grillenzirpen erinnern und an eine verzerrte Version dessen, was als Refrain enden könnte.

Auf sanfte Melodien setzt sich noch eine sanftere Stimme, zerbrechlicher als das Gerüst, das sie umgibt. Zum Refrain hin gewinnt sie an Selbstvertrauen, singt sich umherschwebend ihren Weg durch einen Song, der so zurückhaltend wirkt und trotzdem so magisch, dass er nicht fassbar ist.

Erinnert an kalte Strömungen und eine Tiefe, die von ganz weit weg die Stimme der Sängerin Zustra zu sich zieht. An sanftes, schmerzloses Untergehen.

Nico Laska – Bye Bye

„I don’t like doctors, but they keep my heart beating. So they’re okay“

Eine Mischung aus Fahrtwindbrause, Nächten alleine zu Hause und Durchschnaufpause. Mit einem Hauch von deprimierenden Erlebnissen, denen Nico aber in „Bye Bye“ trotzig den Rücken zuwendet. Fortgerissen durch Wellen von Euphorie.

Musikalisch wechselt der Song trotzig und verspielt binnen von Sekunden von starken Refrains zu langsamen Melodien und abwechslungsreichen Instrumentals. Der Song nimmt eine Reise auf sich, die vielseitiger kaum sein könnte. Aber immer authentisch bleibt.

Das Musikvideo bildet die Kulisse wohl wirklich perfekt ab – ein Roadtrip mit Freunden an windige Strände, dichte Wälder und Pizzamomente. Gefüllt mit befreiendem Lachen, laue Nächte durchmachen und seine Sorgen hinter sich lassen.

Some Sprouts – She Longs For You

„You‘ve come undone, because you never really know. You never know where to run.“

2 Minuten und 55 Sekunden Sonnenschein. Eine kühle Brise Wind, die über verlorene Gedanken streicht. Mischt sich mit den heruntergefallenen Blättern, das nackten Zehenspitzen umspielt. Es knistert unter leichten Schritten. Blauglitzernder Klangteppich, gekrönt durch Farbtupfer der Gitarrenmelodien.

Some Sprouts fangen tropische Gefühle ein und vermischen diese mit verträumt verspielten Melodien. Das ständige Auf- und Abwippen der Zehenspitzen kombiniert mit dem Mundwinkel, der schüchtern lächelt. Überlaufende Farben, die sich in einem schwarzen Pott kontrastreich mischen und unruhig verlaufen. Frei sein, ohne zu wissen, was frei sein bedeutet.

Max Prosa – Zwei Menschen

„Die Geschichte könnte eben hier zu Ende sein. Aber irgendetwas bleibt in ihren Seelen, das sie immer zueinander treibt.“

Verträumt. Unverblümt ehrlich und immer weiter blühend an Gefühlen. Seine Stimme hangelt sich an schüchternen, verspielten Melodien entlang. Der weiße Farbtupfer aus einem Blumenkranz voller Emotion. Mal sanft, mal schwer durch die Last an heruntergeschluckten Gedanken.

Wie zwei gefangene Vögel, die ihre geschichtengeschmückten, glänzenden Flügel nicht ausbreiten können – bis zu dem Moment, in dem Max Prosa’s Stimme in den Refrain mündet. Seelen aneinander gebunden. Finden eine überraschende Befreiung, nachdem ihre zitternden Augen sich an die ehrlich blendende Melodie gewöhnt haben.